
RGB vs. CMYK: So bereitest du dein Design für den Druck vor
Wenn du ein Design für ein T-Shirt vorbereitest, stolperst du schnell über die Frage: RGB oder CMYK? Viele denken automatisch: Druck bedeutet CMYK. Für DTG-Druck ist das aber zu kurz gedacht.

Bei Local Print Department drucken wir DTG auf einer Brother GTX Pro. Der Drucker arbeitet physisch natürlich nicht mit Bildschirmlicht, sondern mit Tinten und einem abgestimmten Druckprofil. Trotzdem ist eine RGB- oder sRGB-Datei in unserem Workflow oft die bessere Ausgangsbasis als eine vorschnell umgewandelte CMYK-Datei.
Warum? Weil RGB mehr Farbinformationen enthalten kann. Die Umrechnung für den tatsächlichen Textildruck passiert besser kontrolliert im Druckworkflow als irgendwo vorher in einer Design-App mit falschem Profil. Genau hier passieren viele unnötige Farbverluste.
RGB und CMYK kurz erklärt
RGB steht für Rot, Grün und Blau. Das ist der Farbraum für Displays: Laptop, Handy, Tablet, Monitor. Farben entstehen dort durch Licht. Deshalb können RGB-Farben sehr leuchtend wirken.
CMYK steht für Cyan, Magenta, Yellow und Key, also Schwarz. Das ist ein klassischer Druckfarbraum, besonders aus dem Offset- und Papierdruck bekannt. Dort werden Farben mit Druckfarben auf Papier aufgebaut.
Das Problem: T-Shirt-Druck ist nicht Papierdruck. Stoff verhält sich anders. Baumwolle schluckt Licht, Fasern haben Struktur, dunkle Shirts brauchen häufig Weißunterdruck und jeder Blank beeinflusst das Ergebnis.
Warum CMYK nicht automatisch besser ist
Der häufigste Denkfehler lautet: „Wenn es gedruckt wird, muss es CMYK sein.“ Für Flyer oder klassische Printprodukte kann das sinnvoll sein. Für DTG ist es nicht automatisch die beste Wahl.
Wenn du dein Design zu früh in CMYK umwandelst, kann die Datei Farben verlieren, bevor wir sie überhaupt prüfen. Besonders leuchtende Blautöne, Grüntöne, Pink oder Neon-nahe Farben werden dann oft matter. Aus einem starken Screen-Design wird plötzlich eine vorsichtige Version seiner selbst. Traurig, unnötig, bisschen Design-Beerdigung.
Im DTG-Workflow ist es meist besser, die Datei sauber in RGB oder sRGB anzulegen und die Farbumsetzung dem Druckprozess zu überlassen. So bleibt mehr Information erhalten und wir können besser einschätzen, was auf dem Textil realistisch rauskommt.
Unser Workflow mit der Brother GTX Pro
Die Brother GTX Pro ist ein DTG-Drucksystem für direkte Textildrucke. Bei uns wird dein Motiv nicht als Folie auf das Shirt gelegt, sondern direkt auf den Stoff gedruckt. Das ist stark für feine Details, Verläufe, Illustrationen, Fotos und kleine bis mittlere Serien.
Wichtig ist die saubere Kette: Datei, Farbprofil, Textil, Vorbehandlung, Weißunterdruck, Druck und Fixierung. Der Farbmodus ist nur ein Teil davon.
Für unseren Workflow sind RGB/sRGB-Dateien meistens die bessere Ausgangsbasis. Die Drucksoftware und Profilierung übernehmen dann die Umrechnung für den konkreten Druck. Das heißt nicht, dass die GTX Pro „RGB druckt“. Es heißt: Die Datei darf im RGB-Farbraum bleiben, weil die technische Farbumsetzung im Produktionsprozess gezielter passiert.
Was du beim Export beachten solltest
Am besten lieferst du dein Motiv als PNG mit transparentem Hintergrund oder als hochwertiges PDF, wenn Vektoren und Schriften sauber eingebettet sind. Für viele Shirt-Motive ist PNG die unkomplizierteste Wahl.
- Arbeite in RGB oder sRGB.
- Exportiere mit transparenter Fläche, wenn kein Hintergrund gedruckt werden soll.
- Nutze ausreichend Auflösung für die geplante Druckgröße.
- Vermeide stark komprimierte JPGs, Screenshots und WhatsApp-Bilder.
- Schicke offene Dateien nur, wenn wirklich nötig und sauber verpackt.
Wenn du unsicher bist, ob deine Datei groß genug ist, lies unseren Beitrag Welche Druckauflösung brauche ich? DPI für T-Shirt-Druck einfach erklärt. Dort erklären wir, warum Pixelmaß und Druckgröße wichtiger sind als eine blind eingestellte 300-DPI-Zahl.
Warum Bildschirmfarbe nie exakt Stofffarbe ist
Ein Monitor leuchtet. Ein T-Shirt nicht. Das klingt banal, ist aber der Grund, warum Farben auf Stoff nie exakt so aussehen wie auf deinem Display.
Auf einem hellen Shirt wirken Farben anders als auf einem schwarzen Shirt. Auf dichter Baumwolle anders als auf dünner Promo-Ware. Auf einem Premium-Blank wie dem AS Colour Heavy Tee 5080 bekommt dein Motiv eine andere Bühne als auf einem sehr leichten Shirt.
Auch der Weißunterdruck spielt eine Rolle. Bei dunklen Textilien wird unter farbige Bereiche oft eine weiße Basis gedruckt, damit Farben sichtbar und kräftig bleiben. Wie sauber das funktioniert, hängt stark von Vorbehandlung und Textil ab. Mehr dazu erklären wir im Artikel Pre-Treatment beim DTG-Druck.
Welche Farben sind kritisch?
Besonders kritisch sind sehr leuchtende RGB-Farben. Knalliges Neon-Grün, elektrisches Blau oder sehr intensive Pinktöne sehen am Bildschirm oft stärker aus, als ein Textildruck sie wiedergeben kann.
Das heißt nicht, dass solche Motive schlecht sind. Es heißt nur: Erwartung und Material müssen zusammenpassen. Ein DTG-Druck kann sehr brillant sein, aber Stoff bleibt Stoff. Wer absolute Pantone- oder Corporate-Color-Genauigkeit braucht, sollte vorher über Proofs, Muster oder alternative Verfahren sprechen.
Für Streetwear, Merch, Creator-Shirts und detailreiche Motive ist DTG trotzdem extrem stark. Gerade weil viele Farben, Verläufe und komplexe Artworks ohne Siebe und ohne hohe Mindestmenge möglich sind.
RGB oder CMYK für schwarze Shirts?
Auch bei schwarzen Shirts bleibt RGB/sRGB oft sinnvoll. Der Unterschied liegt weniger im Dateiformat und mehr im Druckaufbau. Dunkle Textilien brauchen einen sauberen Weißunterdruck, damit Farben nicht im Stoff verschwinden.
Ein gutes Beispiel ist das AS Colour Box Tee 5030. Der schwere, kompakte Stoff passt gut zu modernen Streetwear-Motiven. Damit der Druck auf dunklen Farben sauber wirkt, muss aber der gesamte Prozess stimmen: Datei, Pre-Treatment, Weißbasis und Fixierung.
Unsere Empfehlung für deine Druckdaten
Wenn du dein Motiv für Local Print Department vorbereitest, ist die kurze Empfehlung:
- RGB oder sRGB behalten.
- Nicht blind in CMYK umwandeln.
- PNG mit Transparenz nutzen, wenn möglich.
- Groß genug exportieren, nicht aus kleinen Screenshots arbeiten.
- Bei kritischen Farben lieber vorher fragen.
Wenn dein Design professionell angelegt ist, brauchst du keine Farbmodus-Panik. Wichtig ist, dass wir eine saubere Ausgangsdatei bekommen. Den Rest stimmen wir im Druckprozess auf Motiv, Shirt und Farbe ab.
Du willst wissen, ob dein Motiv für DTG geeignet ist? Schick uns deine Datei. Wir prüfen Farbmodus, Auflösung und Druckbarkeit, bevor dein Shirt produziert wird.
FAQ: RGB, CMYK und DTG-Druck
Soll ich mein T-Shirt-Design in RGB oder CMYK anlegen?
Für unseren DTG-Workflow ist RGB oder sRGB meistens die bessere Ausgangsbasis. So bleiben mehr Farbinformationen erhalten und die Umrechnung passiert kontrolliert im Druckprozess.
Druckt die Brother GTX Pro in RGB?
Nein, physisch druckt sie nicht mit RGB-Licht. RGB beschreibt den Farbraum deiner Datei. Die Brother-GTX-Pro-Software und der Druckworkflow setzen diese Datei für den tatsächlichen Textildruck um.
Kann ich eine CMYK-Datei trotzdem schicken?
Ja, aber CMYK ist nicht automatisch besser. Wenn die Datei schon in CMYK vorliegt, prüfen wir sie. Für leuchtende, detailreiche Motive ist eine gute RGB/sRGB-Datei oft sinnvoller.
Warum sehen Farben auf dem Shirt anders aus als am Monitor?
Ein Monitor leuchtet, Stoff reflektiert Licht. Zusätzlich beeinflussen Shirtfarbe, Baumwollstruktur, Weißunterdruck und Vorbehandlung das Ergebnis. Deshalb ist eine leichte Abweichung normal.
Welches Dateiformat ist am besten für DTG?
Für viele Motive ist ein hochauflösendes PNG mit transparentem Hintergrund ideal. Vektordaten oder PDFs sind ebenfalls möglich, wenn Schriften und Elemente sauber eingebettet sind.






